Bedeutung des Namens Durchbrechen der Festung Bewegungen: 51
Bassai Dai
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Die Bassai Dai ist ein Werk von Yasutsune Itosu. Dieser entwickelte sie auf der Grundlage der Patsai des Tomari-te (Tomari Bassai). Lediglich der Beginn der Kata mit der Kombination Yoko Uke / Gyaku Yoko Uke (Anmerkung: im Shotokan wird der Yoko Uke Uchi Uke genannt und der Gyaku Yoko Uke heißt Soto Uke) unterscheidet die Bassai Dai von der Ursprungsform. Alle anderen Techniken wurden lediglich leicht verändert. Diese Bassai Dai ist eine Kata die auch einige weiche und langsame Elemente enthält. Sie ist somit in hohem Maße dynamisch und harmonisch und speziell am Ende zudem sehr elegant. Im Shotokan wurden die weichen Elemente jedoch entfernt. Im Shito-Ryu repräsentiert die Kata das Shuri-te und ist zusammen mit Seienchin obligatorisch für die Meisterstufe des Shodan. Bassai Dai ist eine der am weitesten verbreiteten Kata Okinawas. Sie wird in vielen Schulen geübt, unterliegt aber auch vielen Veränderungen. Bassai Dai lehrt einen Kampfstil der geprägt ist von sehr plötzlichen, durchdringenden Aktionen. Kurzen Momenten der Ruhe folgen extrem explosive Techniken. Viele davon zielen auf das Zerbrechen und Zerstören von Knochen und Gelenken. Der Charakter der Kata ist offensiv und selbst die Wurftechniken, die sie enthält, sind von einer Gelenk zerstörerischen Wirkung. Der Sinn des Namens “Durchbrechen der Festung” kann so verstanden werden, dass jede Technik auf eine Weise ausgeführt wird, das sie geeignet ist jedes “Hindernis” zu überwinden.
Einstufung Medium
Bedeutung des Namens Durchbrechen der Festung Bewegungen: 34
Bassai Sho
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Bassai Sho ist ebenfalls ein Werk von Yasutsune Itosu, allerdings erreicht sie bei weitem nicht die Prominenz der Bassai Dai. Die kleine Version der Bassai (Sho bedeutet klein) ist kürzer und enthält Techniken für den Kampf in der direkten Nähe zum Gegner. Dabei zielen viele Techniken auf die Gelenke der Arme und Beine. Zudem enthält sie einige sehr dynamische Wurftechniken. Obwohl sie durchaus eine hochgradige Kata ist, wird sie eher selten geübt. Weder im Shotokan noch im Shito-Ryu hat sie eine ähnliche Bedeutung erlangt wie ihre große Schwester Bassai Dai.
Einstufung Medium
Bedeutung des Namens Durchbrechen der Festung Bewegungen: 58
Matsumura Bassai
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu
Matsumura Bassai gilt auf Okinawa als die am höchsten entwickelte Form der Patsai/Bassai. Sokon Matsumura war einer der bedeutendsten Meister des Shuri-te und Lehrer von Anko Azato dem Lehrer von Gichin Funakoshi. Auch Yasutsune Itosu war Schüler von Matsumura. Sokon Matsumura war auch Ausbilder der Leibwache der Könige von Okinawa. Es heißt, dass er die beiden Heian Kata (Shodan und Nidan) entwickelte und möglicherweise ebenso die ersten beiden Naifanchin (Shodan und Nidan). Er war auch ein Meister des Kobudo und entwickelte die Matsumura no Kon, eine Kata für den Stock (Bo). Am bekanntesten ist jedoch seine Version der Patsai. Diese ist sehr anspruchsvoll und bei einigen Techniken wird die volle Wirkung erst bei wirklich perfekter Ausführung erreicht. Bei richtiger Anwendung sind diese Techniken zudem extrem wirkungsvoll. Auch enthält die Kata sehr schnelle Kombinationen und sehr dynamische Techniken. Einige Greif- und Hebeltechniken sind von sehr hoher Durchzugskraft, da das ganze Körpergewicht zum Einsatz kommt. Und dies ist ein Hauptmerkmal der Kata, denn die Wirkung der Technik entsteht durch die Art der Ausführung und eben dem Einsatz des Körpergewichts. Muskelkraft ist weniger gefragt, weshalb die Kata mitunter etwas kraftlos wirkt. Ein oberflächlicher Eindruck, dessen Unrichtigkeit man bei der Bunkai aber schnell erkennt.
Einstufung Advanced
Bedeutung des Namens Durchbrechen der Festung Bewegungen: 55
Tomari Bassai (Patsai)
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu
Man vermutet, dass diese Kata noch vor der Kushanku nach Okinawa gelangte. Ihr ursprünglicher Name ist Patsai. Sie ist in jedem Fall eine sehr alte Kata. Tatsächlich deuten einige Techniken von Patsai auf eine Verwandtschaft mit Kushanku hin. Leider ist jedoch nicht sicher, ob diese Techniken nicht später hinzugefügt worden sind. Ähnlich wie bei Kushanku und in geringerem Ausmaß Rohai ist Patsai von vielen Meistern übernommen und oft auch verändert worden. Die Form Patsai des Matsubayashi Shorin Ryu von Chotoku Kyan kommt aus der Tomari-Linie und wird auch als Tomari Bassai oder Oyadomari Bassai bezeichnet. Sie gilt als älteste Version und, wie alle Tomari- Kata, als am wenigsten vom chinesischen Original abweichende Version. Im ersten Teil der Kata werden viele offene Handtechniken verwendet, die mit sehr hoher Geschwindigkeit ausgeführt werden. Insgesamt hat die Kata eine höhere Dynamik als die später entwickelten Versionen Bassai Dai und Sho. Die Bedeutung des Namens, mit Sturm auf die Festung oder Durchbrechen der Festung, umschreibt den Charakter der Kata. Dabei sollten die Techniken auf eine Weise ausgeführt werden, die keinen Widerspruch duldet und die jedes Hindernis zerbrechen.
Einstufung Advanced
Bedeutung des Namens Seltene Hand Bewegungen: 38
Chinte
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Falls man überhaupt von „Guten“ und „Bösen“ Kata sprechen kann, so ist Chinte eine „Böse“ Kata. Fast alle Techniken haben die Absicht dem Gegner ernsthafte, teils unheilbare Verletzungen zuzufügen. Wer Chinte mit dem Wissen um die Bunkai trainiert, lernt dabei auch die Idee der kompromisslosen Vernichtung des Gegners. Bei der Ausführung der Kata ist dies jedoch nicht offen erkennbar. Hier wirkt sie mitunter sogar harmlos. Die drei Sprünge, die in der Shotokan- Version am Ende ausgeführt werden, können für eine Bunkai zwar interpretiert werden, aber hier könnte auch die Idee die Kata damit an ihren Ausgangspunkt zurückzuführen Hauptgrund gewesen sein. Keine der alten Kata wurde so „konstruiert“, dass sie in jedem Fall zum Ausgangspunkt zurückkehrt.  Nur im Shotokan gilt die Grundregel, dass eine Kata am selben Punkt endet an dem sie startet. Allerdings lehren die drei Sprünge, bei richtiger Ausführung, auch eine besondere Form des Yori Ashi.
Einstufung Medium
Bedeutung des Namens Kämpfen nach Osten Bewegungen: 52
Chinto
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Alte Erzählungen sprechen davon, dass Sokon Matsumura einen chinesischen Seemann kennen lernte, der vor Okinawa Schiffbruch erlitt. Es heißt, dass Matsumura vom König beauftragt wurde den Gerüchten um diesen Chinesen nachzugehen, ihn zu suchen und gefangen zu nehmen. Es soll sogar zu einem Kampf gekommen sein. In diesem Fall mit einem Ende, das wohl eine Freundschaft begründete. Schließlich gilt als sicher, dass Matsumura die Kata Chinto von eben diesem Chinesen lernte. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen Chinto und Tomari Chinto stellt sich die Frage, ob Matsumura wirklich nur eine Kata lernte. Zudem soll es auch noch eine dritte Variante geben. Nach Aussage von Hirokazu Kanazawa existieren drei Versionen. Alle drei kennzeichnet der geradlinige Enbusen, wobei jede Version eine eigene Richtung kennt. Bei Chinto (Gankaku) geht es gerade nach vorne, bei Tomari Chinto sind es 45 Grad diagonal, und die dritte Version soll seitlich verlaufen. Die Kata Chinto trainiert sehr spezifisch den Gleichgewichtssinn. Dies beinhaltet Techniken die auf einem Bein stehend ausgeführt werden, aber auch schwierige Drehungen. Ein besonderes Merkmal der Kata ist das Zanshin. Die Konzentration der Aufmerksamkeit auf den Gegner wird hier in einer Form betrieben, die eine rein geistige Überwindung des Gegners betreibt. Entweder um diesen von einem Angriff abzuhalten, oder mit dem Ziel ihn in seiner Konzentration zu schwächen, um dann überraschend anzugreifen. 
Einstufung Advanced
Bedeutung des Namens Kämpfen nach Osten Bewegungen: 55
Tomari Chinto
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu
Diese Version der Chinto, deren Enbusen diagonal verläuft und die nur wenig Ähnlichkeit mit der Chinto der Itsou Schule hat, ist von Chotoku Kyu in dessen Schule des Shorin Ryu übernommen worden. Die Tomari Chinto erscheint „chinesischer“, so dass es sich um eine unveränderte Version handeln könnte. Entsprechend deutlich zeigt sich hier auch die Verwandtschaft zum Stil des Weißen Kranichs. Tomari Chinto ist eine äußerst dynamische Kata. Ihre technischen Kombinationen sind sehr harmonisch und körpergerecht. Die kämpferische Umsetzung der Kata ist sehr effektiv und viele Techniken sind tatsächlich geeignet bleibende Schäden zu verursachen.
Einstufung Advanced
Bedeutung des Namens Musik des Tempels Bewegungen: 51
Jion
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Die Kata Jion, Ji’in und Jitte zeigen eine sehr deutliche Verwandschaft. In jedem Fall scheinen sie aus der gleichen Schule zu stammen. Einige vermuten das Ji’in und Jitte lediglich Versionen der Kata Jion sind. Tatsächlich könnte man vermuten, dass Itosu auf Grundlage der Kata Jion die Versionen Ji’in und Jitte entwickelt hat. Dem widerspricht, dass man alle drei Kata dem Tomari-te zuspricht. Die Technik zu Beginn und Ende der Kata erinnert an den traditionellen Gruß chinesischer Meister, ist aber eine reale Kampftechnik. Die traditionelle Jion ist der Shotokan-Version sehr ähnlich endet jedoch weit vor dem Startpunkt. Es wird vermutet, dass Jion aus einem Shaolin-Tempel stammt. Der Name Jion wird auch mit Liebe und Gnade des Buddha übersetzt. Bei richtiger Ausführung der Kata zeigt sich Würde und Gnade (hier vielleicht im Sinne von Bedauern). Die Länge der Kata und die Tiefe der Stände lässt vermuten, dass sie eine wichtige Kata zum Erlernen der grundlegenden Techniken und der körperlichen Kräftigung war. Vermutlich entstammt sie, und damit auch Ji’in und Jitte, dem Tiger- Stil der Shaolin.
Einstufung Medium
Bedeutung des Namens Tempelboden Bewegungen: 39
Ji’in
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Ji’in hat mehr Ähnlichkeit mit Jion als Jitte und ist auch länger als Jitte. Jedoch beinhaltet Ji’in eine ausgeprägte Fußarbeit mit schwierigen Wendungen. In diesem Bereich ist sie tatsächlich die schwierigste der drei Kata. Zudem existieren von Ji’in die meisten Versionen. So wird sie selbst in den Shotokan-Schulen verschieden interpretiert und ausgeführt. Dabei sind die größten Abweichungen in der von Hirokazu Kanazawa geübten Ji’in zu finden. In Ji’in wird das seitliche Ausweichen und das Ausweichen durch Drehung über den Rücken geübt. Der Name wird mit Boden des Tempels übersetzt, was wohl ein Hinweis auf die Bedeutung der Beinarbeit sein könnte. Ji’in ist die einzige der drei Kata die zumindest sehr nahe am Startpunkt endet. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang dass, wenn alle drei Kata hintereinander geübt werden, man den Startpunkt wieder erreicht. Kaum eine der „alten“ Kata endet an dem Punkt wo sie begonnen hat. Viele alte Meister und Schulen übten im freien, wo es keine räumlichen Begrenzungen gab. Wenn diese drei Kata jedoch aus dem Shaolin-Tempel stammen und im Vorhof des Tempels von Gruppen geübt wurden, könnte man vermuten, dass es sich ursprünglich um eine einzige Kata handelte, die erst auf Okinawa in drei Teile zerlegt wurde.
Einstufung Medium
Bedeutung des Namens Zehn Hände Bewegungen: 29
Jitte
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu / Shotokan
Jitte ist die kürzeste der drei Kata, allerdings schwierig in der Ausführung. Sie wurde im Shotokan deutlich abgeändert und als Kata gegen das Bo interpretiert. Tatsächlich ist das Karate aber grundsätzlich auch für den Kampf gegen bewaffnete Gegner gedacht. Allerdings wurde keine Kata nur für die Übung zum Kampf gegen eine Waffe entwickelt. Die wahre Geschwindigkeit der Techniken im Kampf, wird in der Kata nicht sichtbar. Jitte bietet hier ein gutes Beispiel, dass die Geschwindigkeit mit der eine Technik in der Kata ausgeführt wird so gewählt werden soll, dass ein optimaler Lerneffekt entsteht. Der größte Fehler im Üben einer Kata ist es der Geschwindigkeit mehr Bedeutung beizumessen als der Perfektion. Zudem hat jede Technik eine eigene optimale Geschwindigkeit, was speziell bei Hebel-/ und Wurftechniken von entscheidender Bedeutung ist. „Im Training langsam, was im Kampf schnell ist.“ (Weisheit eines alten Meisters aus Wu Dang). Was man so sehen könnte, dass man immer mit der Geschwindigkeit trainieren soll, bei der man am besten lernt. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Techniken einer Kata sollten daher auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Denn wirklich jede Technik einer Kata hat ihre Bedeutung. Die Bedeutung des Namens Jitte (Zehn Hände) ist unklar und wird vielfach interpretiert. So soll die Kata eine Stärke entwickeln, die es ermöglicht gegen 10 Mann zu kämpfen. Andere ordnen den Namen dem japanischen Jitte (einer Waffe ähnlich dem Sai) zu. Vielleicht deutet der Name aber auch darauf hin, dass durch Jitte eine körperliche Stärke und Dynamik, speziell im Bereich der Rumpfmuskulatur, erreicht wird, dass es zehn Hände bedarf, um den Meister dieser Kata festzuhalten.
Einstufung Medium
Bedeutung des Namens Licht aus dem Süden Bewegungen: 56
Ananko
Klassifizierung Shorin-Ryu
Stilrichtungen Shito Ryu
Die Kata Ananko wurde von Chotoku Kyan ins Shuri-te gebracht. Es heißt, dass er die Kata in Taiwan gelernt und nach Okinawa gebracht hat. Sie ist somit zumindest auf Okinawa keine alte Kata wie Kushanku oder Patsai. Es existieren mindestens 2 Versionen, eine davon deutlich länger und vielseitiger. Einige Passagen erinnern an Gojushiho. Ananko wird in verschiedenen Schulen des Shorin-Ryu und Shito-Ryu geübt. Es existieren Vermutungen zur Herkunft dieser Kata. Einmal soll Kyan sie selbst entwickelt haben. Oder sie wird dem Chinesischen Kampfkunst- Experten Anan zugeordnet, dem dann auch noch gleich die Ryuei- Ryu Kata Anan zugeschrieben wird. Dies ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, da Anan und Annako nicht nur unterschiedliche Kata sind, sondern auch die verwendeten Prinzipien, das Konzept und die Techniken voneinander abweichen. Zudem bezieht sich der Name der Kata Anan tatsächlich auf eine Stadt in China. Interessanter ist jedoch, dass die längere Version der Ananko eine Greiftechnik enthält, die identisch ist mit einer Technik der Seipai. Eine weitere Technik, bei der Soto Uke in die eigene offene Hand geschlagen wird, ist in der Kata Empi zu finden. Weiterhin enthält Ananko sehr schöne Kombinationen die mit viel Druck ausgeübt werden.
Einstufung Medium
Datenschutzerklärung: Bei karatekata.de handelt es sich um ein rein informatives Online Angebot ohne kommerzielle Funktionen. Alle hier veröffentlichten Publikationen enthalten persönliche Meinungen des Autors. In Fällen, in denen externe Informationen eingebunden werden, werden entsprechende Quellenangaben hinzugefügt. Links zu anderen Internetangeboten oder automatische Weiterleitungen sind nicht implementiert.
Navigation
Kata
DSGVO relevante Cookies sind nicht implementiert.
karatekata.de